Patellaluxation

 

Aktuelles Forschungsprojekt zur Patellaluxation beim Hund

Als Patellaluxation (PL) wird die seitliche Verlagerung (Luxation) der Kniescheibe (Patella) aus ihrer Gleitrinne am Oberschenkelknochen bezeichnet. Sie tritt bei vielen Hunderassen auf und ist oft durch erbliche Fehlentwicklungen des Kniegelenks bedingt. Bei kleinen Hunderassen disloziert die Kniescheibe bevorzugt zur Innenseite (Mediale PL) des Knies. Eine Luxation zur Außenseite (Laterale PL) ist seltener und tritt vor allem bei großen Hunderassen auf. Die PL kann einseitig oder beidseitig vorkommen. Bei beidseitiger PL ist ein normales Laufen nicht mehr möglich.

Bei vielen Hunderassen wird von einer Erblichkeit der PL ausgegangen. Um dieses orthopädische Problem in der Zucht besser bekämpfen zu können, wäre ein Gentest von Vorteil. Wir sammeln daher EDTA-Blutproben von PL-betroffenen Hunden, um nach beteiligten Genen zu suchen. Als Referenz benötigen wir aber auch Proben von Hunden, denen bei der Zuchtuntersuchung PL-Freiheit attestiert wurde. Jede Einsendung bringt uns einen Schritt weiter.

 

Welche Rassen sind besonders betroffen?

Mediale PL:    Boston Terrier, Chihuahua, Chow Chow, Cocker Spaniel, Coton de Tulear, Dackel, Eurasier, Fox Terrier, Französische Bulldogge, Japan Chin, Labrador Retriever, Lhasa Apso, Löwchen, Mops, Norfolk Terrier, Petit Basset Griffon Vendeen, Shar Pei, Sheltie, Shiba Inu, Scottish Terrier, Spitz, Tibet Spaniel, Tibet Terrier, Yorkshire Terrier

 

Laterale PL:   Bernhardiner, Dogge, Irischer Wolfshund, Pyrenäenberghund 

 

Entstehung

Bei den Hunden, von denen Proben eingesandt werden, sollte die PL nicht durch einen Unfall oder andere Verletzungen des Knies (traumatische PL) ausgelöst worden sein.

Die erbliche PL kann von Geburt an erkennbar sein (kongenital) oder sich erst im Laufe der ersten 4-6 Lebensmonate in Erscheinung treten. Ursachen für die Luxation der Kniescheibe sind Abweichungen von der normalen Knochen- und Bindegewebsstruktur. Dazu gehören unter anderem eine zu flache Gleitrinne des Oberschenkelknochens, ein zu schwacher Bandapparat des Kniegelenks, fehlerhaft ansetzende Bänder und Sehnen, und Fehlstellungen im Kniegelenk.

Die Kniescheibe kann nur kurzzeitig verrutschen und dann wieder zurückgleiten (habituelle PL) oder dauerhaft verlagert sein (stationäre PL).

 

Diagnose

Erste Hinweise auf eine habituelle PL bestehen, wenn der Hund beim Laufen gelegentlich aus dem Takt kommt und für ein oder zwei Schritte ein Hinterbein nicht aufsetzt. Der Tierarzt kann durch Abtasten und manuellen Druck die Lockerheit der Kniescheibe testen und eine endgültige Diagnose stellen.

Die einseitige stationäre PL äußert sich durch eine Fehlstellung des betroffenen Kniegelenks und führt zu leichten bis schweren Lahmheiten. Bei beidseitiger stationärer PL hüpfen die Hunde oder sie bewegen sich in einem watschelnden Gang oder nur mit Hilfe der Vorderfüße voran.